Liebe Freunde der Philippsburger Fastnacht,

Corona hat uns seit Ende der letzten Kampagne fest im Griff.
Diese konnten wir glücklicherweise noch ohne Einschränkungen über die Bühne bringen und ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Aktiven, die zum Gelingen unserer Veranstaltungen beigetragen haben.
Die Einschränkungen durch die Pandemie waren und sind äußerst vielfältig, von Kurzarbeit über Homeoffice, Homeschooling und ins Wasser gefallenen Urlauben war alles vertreten; auch die bisherigen Selbstverständlichkeiten im sozialen Umgang und gesellschaftlichen Umfeld sind größtenteils hinfällig geworden.
Darüber hinaus ist auch das Vereinsleben nachhaltig eingeschränkt, bislang sind die Mitgliederversammlung, das Sommerfest der Garden sowie der Jahresausflug ausgefallen und um ehrlich zu sein, findet ein Vereinsleben momentan nicht nur bei uns so gut wie nicht statt.
Und Corona wirft seine Schatten über die kommende Kampagne 2020/2021.
Bei unserer ersten Präsidiumssitzung haben wir uns bereits Gedanken gemacht, wie wir denn eine Inthronisation oder einen Ehrenabend unter Beachtung der coronabedingten Auflagen durchführen könnten.
Das Füllen der Festhalle oder der Bruhrainhalle wäre dann ziemlich einfach gewesen, bei maximal 60 bzw. 100 zahlenden Gästen wäre das Fassungsvermögen der Hallen bereits erreicht gewesen.
Dass bei einer derartigen Saalveranstaltung mit deutlich weniger Gästen, dem Fehlen von Schunkeln, Singen und Klatschen und der Bewirtung mit Mundschutz unserer Einschätzung nach wenig bis gar keine fastnachtliche Stimmung aufkommt dürfte nachvollziehbar sein.

Zu all dem war auch im Vorfeld klar, dass nach dem Programm keine weitere Bewirtung an der Bar erfolgen wird.
Von der coronagerechten Unterbringung unserer Aktiven und Tänzerinnen zur Vorbereitung auf ihre Auftritte mal ganz abgesehen.
Darüber hinaus ist noch in Betracht zu ziehen, dass sowohl beim Einlass, in der Pause und nach der Veranstaltung die Einhaltung der Corona-Bestimmungen zu gewährleisten ist, spätestens in der Pause wären dann die Vorgaben zur Hygiene und Abständen hinfällig gewesen.
Aus den vorstehenden Punkten abgeleitet kamen wir zu dem Schluss, dass wir keine verbindlichen Aussagen treffen können und unter den geltenden AHA-Bedingungen (Abstand-Hygiene-Atemschutzmaske) Fastnachtveranstaltungen nicht vorstellbar sind.
Und die Vorstellung, dass wir eventuell ein zweites Heinsberg heraufbeschwören, war für keinen von uns tragbar.
Diese Überlegungen haben wir bei unserem Präsidiumsworkshop im Juli erneut aufgegriffen und kamen zu dem Schluss, dass wir verbindliche Beschlüsse erst nach der Sommerpause fassen können und waren dabei von der Hoffnung beseelt, dass bis dahin die Maßnahmen in Bezug auf Corona für die nächsten Monate absehbar sein werden.
Wir waren übereingekommen, die nach den Sommerferien bestehenden Regelungen in Augenschein zu nehmen und dann die abschließende Planung zu gestalten. Dafür haben wir dann noch die Jahreshauptversammlung der Vereinigung badisch-pfälzischer Karnevalvereine am
26. September 2020 abgewartet, in der Hoffnung, dass hier eventuell neue, speziell für die Fastnacht zutreffende Regelungen und Vereinbarungen vorhanden sind.
Wir haben dann folgerichtig unsere Präsidiumssitzung am 29. September 2020 unmittelbar im Anschluss durchgeführt und unsere geplante Vorgehensweise, die verbindlichen Beschlüsse für die Kampagne zu fassen, wurden durch die am gleichen Tag erfolgte Verschärfung der Corona-Bestimmungen nachhaltig beeinflusst.
Allerdings leider nicht in die Richtung, die wir uns vorgestellt und erhofft haben.
Durch die nachhaltige Verschärfung der bestehenden Corona-Bestimmungen halten wir unsere Saalveranstaltungen (Inthronisation, Gardeball, Ehrenabend, Närrischer Frühschoppen und Kindermaskenball) ebenso wie unseren Philippsburger Umzug für nicht mehr durchführbar.

Wir sagen hiermit die Kampagne 2020/2021 der KaGe Narhalla Philippsburg ab.

Ein schwacher Trost ist die Tatsache, dass wir uns in guter Gesellschaft befinden, nicht nur in Bezug auf die Fastnacht- und Karnevalhochburgen sondern auch den Narrenkreis Bruchsal: der Großteil der Karnevalsgesellschaften und Fastnachtsvereine haben bereits die Kampagne abgesagt oder werden die Absage der Kampagne in Kürze kundtun.
Ohne Inthronisation bleibt der amtierende Prinz Philipp LXXI Tim Steinel weiter im Amt, ohne Ehrenabend gilt dies auch für unseren amtierenden Preisträger des Hermann-Siegel-Gedächtnispreises, Gerd Brömser.
Was wir aber auf jeden Fall aufrechterhalten möchten, ist ein Wiederaufleben und ein Minimum an Vereinsleben.
Auch für unsere Tänzerinnen und Tänzer möchten wir in diesem Jahr die Gelegenheit bieten, dass sie uns ihr Können vorführen; hier schwebt uns eine interne Veranstaltung vor, zu der wir aber momentan noch keine abschließenden Vorstellungen und Rahmenbedingungen haben.
Wir hoffen, dass wir die Beweggründe für die Absage der Kampagne der KaGe deutlich genug dargelegt haben und wünschen uns, dass die weitere Entwicklung zumindest im kommenden Jahr den gewohnten Gang des Lebens wieder ermöglicht.

Ich verabschiede mich, auch im Namen des Präsidiums, mit einem dreifach-kräftigen A-Jau
und wünsche uns weiterhin gute Laune, den zur Situation passenden Galgenhumor und anhaltende Gesundheit.

Harald Weis
Präsident

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