Nach mehreren Standortverlusten hat Philippsburg eine wichtige Neuansiedlung an Land gezogen: Das berühmte Orakel von Delphi sitzt jetzt im Schatten der noch vorhandenen Kühltürme. An die Priesterin Pythia (Sabine Renkert) wandte sich der einheimische „Petros“ (Peter Brecht) mit der Bitte um Weissagung: Wer wohl der neue Prinz des ältesten Karnevalsvereins in der Region werden würde. Ganz in Trance, wie bei ihr üblich, prophezeite sie:ein echter Philippsburger, 44 Jahre alt, Konrektor an der Nopp-Schule, Marathonläufer und Triathlonkämpfer. Sein Name sei Thomas Odenwald.

Nirgendwo auf der Welt gibt es eine Dynastie mit so vielen direkten Nachfolgern wie in Philippsburg. 2016 schwingt der inzwischen 69. Prinz das Zepter. Alle hießen und heißen Philipp – zu Ehren Philippsburgs, das seinen Namen vom Fürstbischof Philipp von Sötern hat. Doch erst musste der 68. Prinz, mit bürgerlichem Namen Harald Weis, dem 69. Prinz Platz machen. Dessen Abschied versüßte Stadtoberhaupt Stefan Martus mit einem Stadttorschlüssel.

 

Anders als andere Königshäuser hat der neue Insignienträger zwei hübsche weibliche Pagen als ständige Begleiter um sich: Melanie (Zieger) und Marietta (Odenwald). Vom „Zeremonienmeister“ Klaus Umstadt gab es nicht nur ein goldenes Zepter, sondern auch eine würdige Narrenkappe und eine große Ernennungsurkunde. Wie der Regent verriet, fließe Faschingsblut in seinen Adern. Die Mutter stand öfter in der Bütt. 2016 hat die Narhalla sogar einen Prinzen, der Latein spricht. So lautet sein bejubeltes Motto übersetzt: „Die Herzen der Untertanen sind die Schätze der Könige.“

Die Inthronisation in der vollbesetzten Jugendstilfesthalle war der Höhepunkt des 30-teiligen Begleitprogramms zur Einführung der temporären Monarchie. Zum „Unterhaltungs-Hofstaat“ gehörten die „Saalbachperlen“, „Pfinzgrodde“, „Narhalla-Saphire“, die Trommlergarde, das Tanzmariechen Anna-Lena Knopp, das antike Männerballett, die Startruppe mit ABBA, Sider Murphy Gang, Andreas Berg und Andreas Gabalier, dann der Auftakt-Trommler Markus Pahling und schließlich die fetzigen Badner Schalmeien.

Zu einem ungewohnten Enthusiasmus verführten Stimmungskanonist Charly Bög mit seinem Feuergrabenlied und Prinzensong, schließlich die sechs Powermusikanten um den Wiesentaler Matthias Knebel. Zwischendurch gab es hohe Ehrerweisungen für sieben hochverdiente Narhallafrauen.

Schmidhuber

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